Lotti Latrous hat einen bemerkenswerten Weg hinter sich: Von der privilegierten Ehefrau und Mutter zur unbeirrten Kämpferin im Slum von Adjoffou. Dort hat sie aus eigener Kraft ein Spital, ein Ambulatorium und ein Waisenhaus aufgebaut. Damit hat sie Tausenden von Menschen das Leben gerettet. Sein 2017 führt sie ihr Centre in Grand-Bassam.

Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

 

Lotti Latrous
© Tomas Wüthrich

Lotti Latrous wurde 1953 in Dielsdorf geboren. Sie wuchs in Regensberg auf und ging mit sechzehn Jahren als Au-Pair nach Genf, um Französisch zu lernen. Dort traf sie den Tunesier Aziz Latrous und damit die Liebe ihres Lebens. Eine Liebe, die in ihrer Grosszügigkeit und ihrem Respekt füreinander wohl einzigartig ist.

Durch die Arbeit ihres Mannes als Direktor eines internationalen Nahrungsmittelkonzerns kam die Famillie mit den Kindern Sonia, Selim und Sarah von Jeddah über Nigeria und Kairo nach Abidjan, in die Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste (Westafrika).

Nach zwei Jahren begann Lotti Latrous im "Mutter Teresa"-Krankenhaus zu arbeiten. Das Elend, das sie, die privilegierte Frau mit Chauffeur, Koch und Swimmingpool dort antraf, veranlasste sie in Adjouffou, einem der Elendsviertel Abidjans, ein Ambulatorium zu bauen.

Dies mit der vollen Unterstützung ihres Mannes. Kaum war dieses eröffnet, versetzte der Arbeitgeber von Aziz die Familie Latrous nach Kairo zurück.
 
Weil Lotti Latrous das Ambulatorium weiterhin betreuen wollte, handelte sie mit ihrer Familie einen Deal aus: Zwei Monate Kairo, einen Monat Abidjan. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass der Spagat zwischen dem Ambulatorium im Slum und der Familie in Kairo auf die Dauer nicht gemacht werden konnte und eine Entscheidung gefällt werden musste. Eine Entscheidung, die Ehe und Familie zwar hart traf, beides aber nicht zerbrechen liess.

Mittlerweilen sind die erwachsenen Kinder Selim, Sonia sowie Sarah ausgeflogen, der pensionierte Aziz lebt in der Schweiz und Lotti hauptsächlich in ihrem mittlerweile neuen Zentrum in Grand-Bassam. Dort wird sie von ihrer Familie immer wieder besucht und von ihrem Mann Aziz sowie einem personell erweiterten Team unterstützt.

 

Auszeichnungen, Bücher, Medien

  • 2002 Auszeichnung mit den renommierten Adele-Duttweiler-Preis
  • Dezember 2004 von Leserinnen von "Bild der Frau" zur Frau des Jahres gewähl.
  • 8. Januar 2005 an den "Swiss Awards" zur Schweizerin des Jahres 2004 gewählt
  • zwischen 2002 - 2007 erschienen von der Autorin Gabriella Baumann-von Arx drei Bücher über die Arbeit von Lotti Latrous.
  • 2007 Dokumentarfilm Egoiste - Lotti Latrous des deutschen Filmemachers Stephan Anspichler
  • 2009 DOK-Film auf SRF "Oase im Elend, Lotti Latrous im Slum von Abidjan"
  • 2019 im Dezember erschien Lotti Latrous' Autobiographie "Was war. Was ist. Was zählt. - Mein etwas verrücktes Leben".